Liebe Gemeinde,

eigentlich ärgere ich mich jedes Jahr wieder, wenn es bereits im September die ersten Lebkuchen in den Geschäften zu kaufen gibt. Weihnachten beginnt doch erst mit der Adventszeit – sollte nicht alles seine Zeit haben? Lebkuchen schmecken doch erst, wenn es draußen kalt und dunkel ist…

Doch dieses Jahr … in meinem Urlaub Anfang September in Oberfranken, saß ich gemütlich in einer kleinen Bäckerei in der Sonne bei einem Eiskaffee und da las ich plötzlich das Schild: „Die ersten selbstgemachten Lebkuchen sind da!”

Bei selbstgemachten Lebkuchen konnte ich wirklich nicht widerstehen, trotz Sonne und 28 Grad. Ein bisschen ein schlechtes Gewissen hatte ich ja schon – aber geschmeckt haben die Lebkuchen trotzdem.

Advent, Weihnachten ist eine besondere Zeit, die viele Menschen genießen mit all den vielen Traditionen und Vorbereitungen und sie versüßen sich gerne die Zeit mit Plätzchen, Nüssen und Lebkuchen. Lebkuchen gehören heute in die Advents- und Weihnachtszeit.

Im Mittelalter allerdings wurde der Lebkuchen das ganze Jahr über gegessen. Beliebt war er vor allem, weil er sich lange lagern ließ. In Klöstern wurden große Vorräte für Notzeiten und als Spenden für Arme angelegt. In der Fastenzeit war der Lebkuchen sehr beliebt und wurde mit starkem Bier verzehrt.

Und die Botschaft von Advent und Weihnachten, dass Gott sich gezeigt hat in einem Kind, dass Gott zu uns, in unsere Welt gekommen ist, klein, schwach und verletzlich, diese Botschaft gilt doch das ganze Jahr und ist nicht nur vom ersten Advent bis zum Heiligen Abend gültig. Advent heißt: Gott kommt an. Und Gott kommt, wann er will: heute, morgen, übermorgen, eingeladen oder als unerwarteter Besucher. Advent ist immer.

Lassen Sie den Gedanken zu, dass Sie an diesem Tag Gott begegnen werden und rechnen Sie damit, dass er Sie beschenken wird!

Ein fröhliches und von Gott beschenktes Weihnachtsfest und ein gutes und gesegnetes Jahr wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Betina Heckner